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Vettweiß_Von der Leitstelle ins Rathaus
Jürgen Otto

 

Der 53-jährige Polizeibeamte Jürgen Otto will neuer Bürgermeister von Vettweiß werden. Er ist von SPD, Grünen und der Bürgerinitiative nominiert worden. „Ich habe Respekt vor der Aufgabe.“

Vettweiß. Dass Jürgen Otto sich in Rage redet, wird man vermutlich kaum erleben. Otto, vor wenigen Tagen von seiner SPD-Fraktion, den Grünen und der BI Vettweiß zum gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten gekürt, ist ein eher ruhiger Politiker, der lieber sachlich argumentiert. In Vettweiß ist der 53-Jährige bei der letzten Kommunalwahl erstmals für seine Partei angetreten, hat in Müddersheim eine Mehrheit geholt, ist dort jetzt Ortsvorsteher und wurde im Rat gleich zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Dabei hat Otto schon in den 1990er Jahren in seiner früheren Heimat im Westerwald politische Erfahrungen gesammelt, war Ortsbürgermeister in Höchstenbach und stand da einem zwölfköpfigen Gemeinderat vor. Sein Antrieb damals: „Ich hatte ein paar andere Ideen als der Bürgermeister“, erinnert er sich – und hat sich deshalb engagiert. Sein Antrieb heute ist ähnlich. Otto lobt die Arbeit von Bürgermeister Josef Kranz, sieht aber in einem Punkt Nachholbedarf: „Ich vermisse, dass die Bürger bei Entscheidungen mitgenommen werden“, verspricht er mehr Diskussionen mit den Bürgern.

Die Themen liegen dabei auf der Hand. Als Müddersheimer Ortsvorsteher und aktives Vereinsmitglied weiß Otto, wie wichtig es ist, die dörflichen Strukturen in der Gemeinde zu erhalten.

„Ich habe zum Beispiel schon die Schließung der Grundschule in Müddersheim nicht verstanden. Jetzt müssen wir alles daran setzen, den Standort Kelz zu halten.“ Und vielleicht auch aus den Fehlern der Vergangenheit in der Schulpolitik lernen.

„Bei der Diskussion um die Primusschule gab es den Vorwurf, wir würden gegen das Wohl der Kinder argumentieren.“ Bei dem Thema kann sich Otto dann doch richtig ereifern: „Das ist Blödsinn. Ich habe selbst einen fünfjährigen Sohn“, argumentiert er. Es könne doch nicht gut sein, wenn Kinder künftig in Schulen benachbarter Kommunen fahren müssten.

Gute Ideen beim Gegner

Jürgen Otto würde sich als Bürgermeister da eher in der Rolle des Moderators sehen: „Es geht nicht um Schnellschüsse, nur weil eine Partei vielleicht die Mehrheit hat. Wir müssen gemeinsam für das Wohl der Kommune und der Bürger arbeiten“, fordert der Sozialdemokrat über Parteigrenzen hinweg: „Auch in der CDU sind doch gute Leute mit guten Ideen.“

Dass sich der Beamte, der in der Leitstelle der Bundespolizeiinspektion in Köln arbeitet, den Job als Bürgermeister zutraut, versteht sich von selbst: „Ich habe Respekt vor der Aufgabe“, gesteht er, sieht sich aber durch seinen Beruf, in dem er auch Dienstgruppen führen muss, bestens gewappnet. Und: Die Politik macht ihm Spaß. „Ich mache das gerne. Es kommt dann auch von Herzen.“

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