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Verwundert über die Stellungnahme aus Vettweiß

Widerstand gegen die geplanten Windräder der Stadt Zülpich wächst. Kritik am Ginnicker Ortsvorsteher. Sondersitzung in Nideggen.

Kreis Düren. Vor einer „Verspargelung des Landschaftsbildes“ warnt die Bürgerinitiative „Windrad-Initiative Rureifel (WIR)“. „Nachdem sich Kreuzau in seiner Ratsentscheidung über die Bedenken aus Nideggen hinweggesetzt hat und an seinen Windkonzentrationszonen festhält, kommt nun der nächste Interessent auf die Region zu: Zülpich nutzt die Ferien, um ihre Windradpläne mit möglichst geringer öffentlicher Aufmerksamkeit durchzusetzen“, betont Dr. Helmut Waldmann von der WIR. Der Blick von Nideggen auf Zülpich und das Siebengebirge sei davon genauso betroffen, wie der bisher ungestörte Blick von der Börde auf die Höhenzüge der Eifel.

Sollte es zu der Windkraftzone 11 bei Zülpich-Füssenich kommen, befürchtet die WIR, dass die dann vorhandene „Vorbelastung mit Windrädern“ zu einer weiteren Konzentration von Windparks vor Ort führen könne. „Damit ist die Eifel als Naherholungs-Region der umliegenden Großstädte endgültig erledigt“, warnt Waldmann, der sich zudem verwundert über eine Stellungnahme des Vettweißer Gemeinderates zeigt.

Der Gemeinderat in Vettweiß hatte auf eine Anfrage der Stadt Zülpich zur Ausweisung einer Windkonzentrationszone an der B 56 erklärt, man sehe keine Probleme durch die Abstände der Windkonzentrationszone zum Ortsgebiet, da die Zülpicher Abstandsflächen identisch seien mit den in Vettweiß beschlossenen Entfernungen.

„Hohe Lärmbelastung“

Besonders sauer ist man in Ginnick laut Waldmann darüber, dass Ortsvorsteher Helmut Kemmerling in der Sitzung erklärte, ihm seien keine negativen Stellungnahmen aus Ginnick zu den geplanten Windrädern bekannt. Dabei hat Vettweiß den Bau eigener Anlagen in der Nähe von Ginnick vor zwei Jahren nach einer Unterschriftenaktion im Ort fallen gelassen. Ebenso haben sich die Bürger aus Ginnick mehrheitlich gegen die Windanlagen an ihrer Gemeindegrenze zu Kreuzau ausgesprochen. „Dazu gibt es auch einen entsprechenden Brief der Verwaltung an die Gemeinde Kreuzau“, so Waldmann von der WIR.

„Es gibt bereits jetzt durch die zwei kleinen Windräder hinter der Ortsbebauung immer wieder Ärger mit der Lärmbelastung. Wenn jetzt zwei weitere 200-Meter-Räder auf Kreuzauer Gebiet genehmigt werden, kann es nicht im Interesse der Menschen in Ginnick sein, von der anderen Seite sieben zusätzliche Monsterspargel auf Zülpicher Gebiet vor die Nase gesetzt zu bekommen“, ärgern sich Eva und Hans Keldenich. „Jetzt werden wir von den anderen Gemeinden einkreist, weil wir am Grenzzipfel von Vettweiß liegen.“

In Nideggen wird es zu den Windkonzentrationsplänen der Stadt Zülpich am 28. Juli eine Sondersitzung geben. Auch die Füssenicher haben Widerstand angekündigt. „Ich kenne keinen hier im Ort, der für den Windpark ist“, so Ortsvorsteher Siegfried Schäfer.

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