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USA sind bereit, Jülicher Atommüll zu übernehmen_USA bereit für den Jülicher Atommüll

Jülich/Washington. Die Bundesregierung plant offenbar, nicht nur Atommüll aus Jülich in die USA zu verschiffen. Zusätzlich zu den 152 Jülicher Castoren sollen über 300 weitere Behälter aus Ahaus nach South Carolina transportiert werden. Das geht aus einer US-Umweltverträglichkeitsstudie hervor. Darin untermauert die US-Regierung ihre Bereitschaft, Atommüll aufzunehmen, in dem hochangereichertes Uran enthalten ist. Ob die Castoren Deutschland verlassen dürfen, ist juristisch umstritten. Das Bundesforschungsministerium, das die Verhandlungen mit der US-Regierung führt, konnte gestern nicht beantworten, welche Bedeutung die Studie für den Jülicher Müll hat. (ben)
Mi, 20. Jan. 2016


US-Energiebehörde geht nicht davon aus, dass die 152 Castoren Probleme bereiten und will gleich noch 305 zusätzliche aus Ahaus
Von René Benden
Jülich/Washington. Die US-amerikanische Energiebehörde sieht grundsätzlich keine größeren Probleme darin, den hoch radioaktiven Brennstoff aus Jülicher Castoren in die USA zu verschiffen und dort einzulagern. Das geht aus einer Umweltverträglichkeitsstudie hervor, die das Department of Energy nun online gestellt hat.
In der Studie ist die Rede davon, dass nicht davon ausgegangen werde, dass der deutsche Atommüll eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstelle. Auch finanziell stünde dem Transport aus amerikanischer Sicht nichts im Weg, weil die Bundesrepublik Deutschland für die Kosten aufkomme.
Die amerikanische Energiebehörde untermauert damit noch einmal das grundsätzliche Einverständnis der US-Regierung, den Atommüll aus Jülich aufzunehmen, weil darin rund 900 Kilogramm hochangereichertes Uran enthalten ist, das ursprünglich aus den USA kommt.
Neu ist, dass die Amerikaner davon ausgehen, nicht nur die 152 Castoren aus Jülich, sondern auch noch 305 weitere Castoren mit Brennelementen des ehemaligen Hochtemperaturreaktors in Hamm-Uentrop zu empfangen. Noch im Dezember 2014 hatte die Bundesregierung auf Anfrage des Grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer aus Düren gesagt, dass es keine Planungen gebe, die derzeit in Ahaus lagernden Castoren in die USA zu transportieren. Krischer zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung irritiert darüber, dass die amerikanische Energiebehörde damit rechnet, erheblich mehr Atommüll aus Deutschland zu bekommen, als bislang öffentlich von der Bundesregierung kommuniziert worden ist. „Da frage ich mich schon, welche Versprechungen bei den Verhandlungen gemacht worden sind“, sagt Krischer. Er gehe davon aus, dass die Lukrativität des Geschäfts aus amerikanischer Sicht mit der aus Deutschland gelieferten Menge steige.
Die US-Energiebehörde rechnet damit, dass rund 30 Mal der Atlantik per Schiff überquert werden muss, um den Atommüll aus Jülich und Ahaus über den Militärhafen von Charleston in die nukleartechnische Einrichtung „Savannah River Site“ in South Carolina zu bringen.
Von deutscher Seite konnte gestern weder das Bundesministerium für Forschung und Bildung noch die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen beantworten, welche Auswirkungen die US-Studie auf den weiteren Umgang mit dem Jülicher Atommüll haben wird.
Entscheidung in Deutschland steht noch aus
In Jülich lagern derzeit 152 Castoren mit hoch radioaktiven Brennelementen aus dem ehemaligen Hochtemperaturreaktor, der 1988 endgültig abgeschaltet wurde.
Das dortige Zwischenlager besitzt aber bereits seit 2013 keine Betriebserlaubnis mehr, weshalb die NRW-Atomaufsicht im Jahr 2014 eine Räumungsanordnung für das Lager verfügte.
Seitdem werden drei Szenarien geprüft, wie mit dem Jülicher Atommüll in Zukunft verfahren werden soll: 1) Transport der Castoren ins 200 Kilometer entfernte Zwischenlager von Ahaus. 2) Transport der Brennstoffe in die USA. 3) Neubau eines Lagers in Jülich.
Die Entscheidung, was mit dem Atommüll tatsächlich passiert, wird in diesem Jahr erwartet.

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