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Unvermögen, Machtgier und persönliche Eitelkeiten_Ratsherren kochen ihr eigenes Süppchen

Herbert Schlächter , Vorsitzender der UDB-Fraktion im Indener Gemeinderat, nimmt Stellung zu den jüngsten Ereignissen
Inden. Herbert Schlächter möchte aus Sicht seiner Fraktion zur Versachlichung der anhaltenden Diskussion beitragen. Der Mandatsträger schreibt unter anderem:
„Seit Beginn der Amtszeit des neuen Bürgermeisters wird dieser in seiner Handlungsfreiheit mehr und mehr beschnitten. Nunmehr ist die CDU/SPD-Koa¬lition mit Unterstützung der Bündnis 90/ Grünen dazu übergegangen, eine zielführende Ratsarbeit zu verhindern. Mit völlig überzogenen Störfeuern wird jede Sitzung zur Farce: So werden beispielsweise Protokolländerungen von zurückliegenden Sitzungen, die inhaltlich keineswegs strittig sind und im vernünftigen Gespräch mit dem Bürgermeister ohne weiteres durchgeführt werden könnten (übliche Vorgehensweise), nunmehr von der Großen Koalition mit großem Palaver inszeniert. Es werden Sitzungsunterbrechungen beantragt, um zu klären, ob eine Aussprache hierzu im öffentlichen oder nicht-öffentlichen Teil der Sitzung zu erfolgen hat. Mit völlig überzogenen Anträgen, einer nie dagewesenen Flut von Nachfragen (immer wieder auch zur Privatsphäre des Bürgermeisters) wird versucht, den Bürgermeister zu diskreditieren und die Verwaltung lahmzulegen. Dies alles wird auf dem Rücken der Verwaltungsmitarbeiter ausgetragen und geht letztendlich zulasten der Bürger, die einen Anspruch auf sachorientierte, seriöse Ratsarbeit haben.
Der jüngst auf der Ratssitzung am 16. März von Hella Rehfisch (Grüne) eingebrachte Antrag zur Tagesordnung (Beratung des laufenden Haushaltes – Nachtragshaushalt für das Jahr 2016) ist ein Beispiel: Im Hauptausschuss am 10. März wurde bereits einvernehmlich von allen Fraktionen festgelegt, dass eine Beratung des Haushaltes erst dann Sinn ergibt, wenn die im Dezember 2015 erstellten Haushaltsunterlagen vom Kämmerer auf den aktuellen Stand (Februar/März) gebracht wurden.
Vollkommen rechtmäßig
Die dann aktuellen Unterlagen sollten im April im Rat bzw. in einer eventuell vorher noch anzuberaumenden Hauptausschusssitzung beraten werden. So die einmütige Vereinbarung vom 10. März. Sechs Tage später stellt Hella Rehfisch diesen Schauantrag und lässt sich damit von der Großen Koalition zur Handlangerin machen. Eilanträge sind nach Gemeindeordnung nur bei Angelegenheiten, die keinen Aufschub dulden, oder bei vorliegender äußerster Dringlichkeit zulässig. Der Haushalt sollte, wie am 10. März festgelegt, im April beraten werden. Unter diesen Umständen lag eine Dringlichkeit nicht vor.
Der Bürgermeister hat somit vollkommen rechtmäßig gehandelt, indem er diesen Antrag aus den genannten Gründen nicht auf die Tagesordnung gesetzt hat. Nach der Devise „wir bestimmen, was hier passiert, sonst geht hier gar nichts“ verließ die „Koalition der Gekränkten“ wortlos die Ratssitzung. Danach war der Rat nicht mehr beschlussfähig.
Wichtige Vorhaben, auch die auf der Bau-/Vergabeausschusssitzung beschlossene Einrichtung der Arbeitsgruppe „Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber“ konnten nicht verabschiedet werden. Gerade dieser Punkt, der seit Monaten von CDU, SPD und Grünen verzögert wird, duldet keinen Aufschub. Was also bezweckt diese unheilige Allianz mit ihrer Vorgehensweise?
Nicht das Verhalten des Bürgermeisters Jörn Langefeld ist zu kritisieren, sondern das fehlende Demokratieverständnis und das Unvermögen von CDU/SPD und Grünen zu einer sachorientierten Zusammenarbeit. Machtgier und persönliche Eitelkeiten scheinen im Vordergrund zu stehen.
Die Interessen der Bürger scheinen nur noch zweitrangig. Es stellt sich die Frage, ob tatsächlich alle Mitglieder der jeweiligen Fraktionen die Politik ihrer Wortführer teilen. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfehlen wir dringend, über den Austausch der ,Führungskräfte‘ nachzudenken.“


Ratsherren kochen ihr eigenes Süppchen
Heinrich Linnartz aus Inden schreibt zu unserem Bericht „Bürgermeister prüft Auflösung des Rates“ vom 18. März:
Als Leser ihrer Zeitung wohne ich seit 55 Jahren in Inden. Nun stelle ich seit der Wahl des Bürgermeisters fest, dass die politischen Parteien sich offensichtlich mit dem Wählervotum schwer tun. Herr Langefeld war als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegangen und von uns Wählern als vermeintlich bester der Kandidaten mit deutlichem Vorsprung gewählt worden. Ich fand dies sehr erfreulich, dass in unserer Parteien-Demokratie doch ein unabhängiger Kandidat zum Bürgermeister gewählt werden kann.
Nun stelle ich aber fest, dass offensichtlich die Parteien (außer UDB) sich in die „beleidigte Ecke“ stellen und die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister verweigern. Obendrein hat Herr Lange-feld auch noch eine „schwarze Kasse“ aufgedeckt. All das scheint den Parteien (außer UDB) nicht zu schmecken und sie verweigern eine konstruktive Zusammenarbeit. Inwieweit Herr Langefeld auch Anteil an den Problemen hat, kann ich nicht beurteilen. Als Wähler kann ich aber erwarten, dass alle ihren Teil an einer erfolgreichen Zusammenarbeit leisten.
Die Herausforderungen sind doch wohl groß genug. Als Wähler muss man sich bei der geschilderten Situation fragen, warum man überhaupt zur Wahl gegangen ist. Einige Ratsherren fühlen sich offensichtlich nicht mehr als die Vertreter von uns Wählern, sondern „kochen ihr eigenes Parteiensüppchen“. Das sollte so nicht bleiben.

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