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Reinigung des Kühlturms verfügt
25  000 Legionellen-Einheiten pro 100 Milliliter im Kraftwerk Weisweiler

Mi, 29. Okt. 2014
Dürener Nachrichten / Region AN Titel / Seite 9
Reinigung des Kühlturms verfügt
25  000 Legionellen-Einheiten pro 100 Milliliter im Kraftwerk Weisweiler
Eschweiler. Der mit Legionellen belastete Kühlturm im Kraftwerk Weisweiler weist einen Wert von 25 000 Legionellen-Einheiten pro 100 Milliliter Kühlwasser auf. Das teilte die Bezirksregierung Köln als Aufsichtsbehörde gestern auf erneute Nachfrage unserer Zeitung mit. Der Wert von 25 000 Legionellen-Einheiten liegt zwar deutlich unter den vor der ersten Reinigung ermittelten 61 500 Einheiten, aber noch deutlich über dem Wert von 1000, den Hygieniker als Gefahrenwert bezeichnen.
In einer Verfügung hat die Bezirksregierung deswegen die RWE Power AG gestern aufgefordert, das belastete Wasser und den belasteten Kühlturm F im Kraftwerk Weisweiler zu desinfizieren. Wie bereits berichtet, waren bei mehreren Messungen auch nach dem Säuberungsversuch mit starker Hitze noch Legionellen im Kühlwasser nachgewiesen worden. Die Messungen waren in Absprache mit der Bezirksregierung Köln vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW vorgenommen worden.
Die Desinfektion mit einem Biozid – einem Schädlingsbekämpfungsmittel – wird nach Angaben der Bezirksregierung etwa sechs Stunden dauern und im laufenden Betrieb vorgenommen. Eine Langzeitbelastung des Kühlwassers oder des dabei entstehenden Abwassers sei nicht zu befürchten, heißt es in einer Mitteilung von gestern. Eine wasserrechtliche Genehmigung, das Abwasser in die Kanalisation einleiten zu dürfen, will die Bezirksregierung heute erteilen.
Der Desinfektionsprozess erfolge in drei Schritten, schreibt die Behörde. Als erstes werde ein Mittel in den Kühlkreislauf eingeführt, das den Biofilm mit den Bakterien lösen soll. Der zweite Schritt sei die eigentliche Desinfektion, bei der sowohl das Wasser als auch der Kühlturm von Legionellen befreit werden sollen. In einem dritten Schritt wird nochmals das Benetzungsmittel in den Kühlkreislauf eingeführt.
Im September dieses Jahres war im Raum Jülich eine Welle von Lungenentzündungen festgestellt worden, die durch Legionellen ausgelöst worden waren. Bei der Suche nach der Quelle war die Legionellenbelastung im Kühlturm aufgefallen. Ein Zusammenhang zur Erkrankungswelle in Jülich konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden. (pan)

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