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Nideggen: Stefan Witt zieht seine Kandidatur zurück

Für die CDU ist das ein herber Rückschlag im Kampf um das Bürgermeisteramt. Markus Fischer: „Wir haben keinen Plan B.“

Nideggen. Für den Nideggener CDU-Chef Markus Fischer dürften die letzten Tage nicht einfach gewesen sein – er musste gestern seinen Parteimitgliedern eine vollkommen unerwartete Entscheidung erklären: Die Nideggener CDU muss einen neuen Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters im September suchen, nachdem der bisherige Kandidat Stefan Witt gestern überraschend seinen Rückzug erklärt hat.

Der 33-jährige Witt war Anfang Oktober von der Partei vorgeschlagen, Ende Oktober dann von den Mitgliedern gewählt worden. Damit war klar, dass die Bürger sich auf ein Duell zwischen Herausforderer Witt und Amtsinhaberin Margit Göckemeyer einstellen konnten. Unterstützung fand Witt zudem auch bei der Fraktion Menschen für Nideggen, die auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichtet hatte. Die Gründe für Witts Rückzug entbehren nicht einer gewissen Brisanz. Der 33-jährige Jurist ist Beamter bei einer Landesbehörde in Köln. Witt war davon ausgegangen, dass er für das Amt des Bürgermeisters freigestellt würde. „Entgegen vorher getroffener Absprachen hat mir mein derzeitiger Arbeitgeber die Zusage verweigert, mich nach Ablauf der Amtszeit als Bürgermeister wieder zu beschäftigen“, erläuterte Witt. Das Risiko, seinen Beamtenstatus dauerhaft aufzugeben, erschien ihm zu riskant: „Nach Ablauf der Amtszeit könnte ich nicht wieder als Beamter im öffentlichen Dienst tätig werden und wäre je nach Dauer der Amtszeit mit 40 Jahren arbeitssuchend. Eine solche Perspektive kann ich gegenüber meiner Familie nicht verantworten.“

Brisant ist das deshalb, weil offenbar nur Landesbeamte betroffen sind, während Bundes- oder Kommunalbeamte ihren Status nicht verlieren und auch für Angestellte im öffentlichen Dienst Stellen freizuhalten sind. „Im Landesbeamtengesetz gibt es keine klare Regelung und die Entscheidung meiner Behörde ist gefallen.“ Witt, beim Landesamt für Besoldung und Versorgung beschäftigt, zeigte sich zerknirscht: „Ich habe Hoffnung geweckt, die ich jetzt enttäusche. Hierfür entschuldige ich mich. Jedoch hätte ich nicht gedacht, dass der politische Appell an junge Menschen, Verantwortung in Politik und Gesellschaft zu übernehmen, durch das Handeln der eigenen Verwaltung konterkariert wird.“

Alles auf Anfang

„Wir haben zurzeit keinen Plan B“, erklärte Fischer gestern, dass man nun Zeit brauche, die veränderte Ausgangssituation zu analysieren. Und: „Wir werden aber auf die Suche nach einem neuen Kandidaten gehen.“ Das muss schnell gehen, immerhin sind es nur noch sieben Monate bis zur Wahl und ein neuer Kandidat braucht genügend Zeit, sich den Bürgern vorzustellen. Zwar ist Fischer optimistisch fündig zu werden, er sagt aber auch, dass man einen geeigneten Kandidaten benötigt: „Wir werden nicht mit einem Kandidaten der 2. Wahl ins Rennen gehen.“ (bugi)

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