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KreisDüren_Wer nicht wachsen will, wird schrumpfen

Das 5. Zukunftslabor Indeland beschäftigt sich mit der Frage, wie die Region nach der Braunkohleförderung aussehen könnte
VON INGO LATOTZKI
Kreis Düren. Visionen, Ideen, Mut: Drei Begriffe, die beim 5. Zukunftslabor Indeland gestern häufig zu hören waren. Im Science College von Haus Overbach ging es um die Frage, wie sich die Region aufstellen muss, wenn im Tagebau Inden 2030 die letzte Braunkohle gefördert wurde.
„Traut sich der Raum etwas zu?“, fragte Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins Region Köln/Bonn. 200 Gäste hatten zuvor in mehreren Fachvorträgen und einer Talkrunde immer wieder gehört, dass sich das Indeland etwas zutrauen soll, dass sich die Region nicht zu verstecken brauche, im Gegenteil. „Die Zukunft muss aber gestaltet werden, sie kommt nicht von alleine zu uns“, sagte Jens Bröker, Geschäftsführer der Indeland- Gesellschaft, die eingeladen hatte. In die gleiche Kerbe schlug Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratschef der Indeland GmbH. „Wir machen noch zu wenig aus dem, was wir haben“, sagte der Landrat des Kreises Düren.
Indeland: Das sei eine Forschungs- und Wissenschaftsregion, die weithin ihresgleichen suche. Aus diesen Disziplinen kamen auch die Redner, die mit Blick auf Themen wie Energie, Mobilität und Digitalisierung in die Zukunft blickten – mit Visionen, deren Umsetzung auch Mut erfordern würde. Zu diesen Visionen gehört sicher auch die „Neue Stadt“, eine von der früheren Landesregierung ins Spiel gebrachte Idee, nach der in NRW eine völlig neue City entstehen könnte. Warum nicht im Indeland? „Wer nicht wachsen will, wird schrumpfen“, sagte Jens Bröker. Prognosen gehen davon aus, dass es in den nächsten 10 bis 15 Jahren 200 000 Menschen nach Köln ziehen wird. Auch Düsseldorf wird wachsen. Da der Wohnraum in den Metropolen schon jetzt für Mittelstandsfamilien kaum zu bezahlen ist, kann das Indeland profitieren. Dazu muss die Region Flächen bereitstellen, auch für Gewerbetreibende. Mit diesem Thema beschäftigte sich eine von unserem Redakteur Patrick Nowicki moderierte Talkrunde, an der neben FH-Professor Marcus Baumann der stellvertretende Chefredakteur von Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten, Thomas Thelen, der freie Journalist Michael Esser, und der renommierte Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen teilnahmen.
Beim Blick in die Zukunft entwarfen neben Dr. Reimar Molitor die FHWissenschaftler Professor Christoph Hebel, Professor Ulf Herrmann und Professor Thomas Ritz Szenarien mit Blick auf die Themen Mobilität, Energie und Digitalisierung – es ging um Visionen, Ideen und Mut, die drei immer wieder gehörten Begriffe.
Gewässer so groß wie der Tegernsee
Am 5. Zukunftslabor nahmen hauptsächlich Vertreter aus Verwaltungen, Politik und Wissenschaft, aber auch aus der Zivilbevölkerung teil.
Nach Ende des Indener Tagebaus wird das Loch bis circa 2045 mit Wasser gefüllt. Es entsteht ein Gewässer von der Größe des Tegernsees. Die Indeland-Gesellschaft gestaltet Prozesse, die die Region fit machen sollen für die Zeit rund um den Strukturwandel.
„Wir machen noch zu wenig aus dem, was wir in der Region haben.“
Wolfgang Spelthahn, Aufsichtsratschef Indeland GmbH

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