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Inden_Marx schmeißt die Brocken hin

Zoff geht weiter. Das CDU-Urgestein tritt als Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Inden zurück. Er nennt private Gründe als Ursache.
Von Guido Jansen
Inden. Reinhard Marx, politisches Urgestein der CDU in Inden, ist von seinem Amt als Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat zurückgetreten. Ob das im Zusammenhang mit dem zuletzt so heftigen Streit zwischen den Fraktionen und Bürgermeister Jörn Langefeld steht, kann vermutet werden. „Ich habe das Amt aus persönlichen Gründen an die Fraktion zurückgegeben“, sagte Marx auf Nachfrage am Montag. Weitere Angaben machte der 60-Jährige nicht.
Für Marx übernimmt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Udo Mürkens kommissarisch. „Wir haben abgesprochen, dass wir uns mit der Nachfolge Zeit lassen wollen“, sagte Elmar Gasper über den Entschluss der Fraktionssitzung. Einen Plan B habe die Fraktion nicht in der Tasche, Mürkens habe das Vertrauen, den Vorsitz kurzfristig auszufüllen. „Jetzt stehen erst einmal einige wichtige politische Sachthemen an, um die wir uns als Fraktion kümmern müssen“, erklärte Gasper.
Eines der Sachthemen könnte das Thema Allgemeiner Vertreter für den Bürgermeister sein. Den gibt es nicht, seit Hauptamtsleiter Heinrich Unterberger zu Jahresbeginn in den Ruhestand gegangen ist. Dem Vernehmen nach war die Frage, wie die Stelle neu besetzt werden kann, einer der Hauptstreitpunkte zwischen den Fraktionen von CDU, SPD und Grünen auf der einen und Bürgermeister Jörn Lange¬feld sowie der UDB auf der anderen Seite. Der Streit schwelt seit Lange¬felds Amtsantritt im Oktober und hat sich an etlichen Themen immer wieder neu entzündet. In der vorvergangenen Woche einigten sich die Streit-Parteien bei einem Schlichtungsgespräch bei Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) auf eine Art Waffenstillstand. Eine Lösung in der Vertreter-Frage war das aber nicht. Unterberger war Allgemeiner Vertreter und damit stellvertretend für den Bürgermeister befugt, Entscheidungen zu treffen und Unterschriften zu leisten. Dem Vernehmen nach soll es Bestrebungen innerhalb der drei Fraktionen geben oder gegeben haben, statt eines Hauptamtsleiters einen Beigeordneten zu installieren, der auch Allgemeiner Vertreter ist.
Streit um Stellenbesetzung
Ein Beigeordneter ist ein Wahlbeamter. Bewerber müssen also keine Beamten sein, der Rat muss der Stellenausschreibung zustimmen und hat damit Einfluss auf den Zuschnitt der Stelle. Langefeld hat sich für einen Hauptamtsleiter stark gemacht. Für einen solchen legt der Bürgermeister die Zuständigkeiten alleine fest. Marx soll einer der Wortführer bei der Forderung nach einem Beigeordneten gewesen sein. Im vergangenen Jahr vor der Bürgermeisterwahl hatte Marx einer Beigeordneten-Stelle noch deutlich widersprochen. Zuletzt soll er versucht haben, den Beigeordneten gegen das Votum seiner CDU-Fraktionskollegen durchzusetzen. Entsprechend stark soll der Gegenwind innerhalb der Fraktion gewesen sein. Bestätigt hat diesen CDU-internen Konflikt offiziell niemand. Marx sagte gestern, dass er sein Mandat als CDU-Ratsmitglied weiter wahrnehmen will. „Er hat über 40 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik. Darauf wollen wir nicht verzichten“, sagte Gasper.
„Hier können wir uns voll und ganz auf die berufliche Bildung der Teilnehmer konzentrieren.“
Sabine Stephan, Geschäftsführerin

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