Freie und unabhängige Wählergemeinschaften in Aldenhoven, Inden, Jülich, Linnich, Merzenich, Titz, Vettweiß und Piratenpartei

Inden_Der Asylkreis Inden vermisst ein klares Bekenntnis der Politik

Belastungsgrenze erreicht. Eine Reduzierung der Aufgaben wäre die Folge.
Inden. „Für uns klingt das jetzt so: Schön, dass Sie hier waren. Gut, dass Sie wieder weg sind.“ So fasst Reiner Lövenich vom Asylkreis Inden die Reaktionen aus seiner Sicht zusammen, wie er sie auf seinen Vortrag vor dem Indener Sozialausschuss empfunden hat. Mit Karoline Pinkert hatte er den Ausschuss über die Arbeit des Asylkreises informiert. Erst vor Ort in den Wohncontainern an der Merödgener Straße in Inden/Altdorf, danach in Lamersdorf, dann im Ratssaal. Auf die Forderungen des Asylkreises ging der Ausschuss kaum ein. Eine Art Grundbekenntnis seitens der Gemeinde, dass Flüchtlinge willkommen sind, hatten Lövenich und Pinkert gefordert.
Ausschuss vertagt Entscheidung
Formuliert hat der Ausschuss ein solches Bekenntnis nicht. Und eine Entscheidung getroffen hat er ebenfalls nicht. In zweiten Tagespunkt sollte der Ausschuss beraten, ob ein zweiter Standort an der Merödgener Straße für acht Wohncontainer zugelassen werden kann. Entscheiden kann der Ausschuss das wegen der Haushaltssperre nicht. Aber er hätte eine Empfehlung abgeben können. Das ist nicht passiert. Stattdessen wurde der Punkt verschoben, weil SPD und CDU Beratungsbedarf anmeldeten. Die UDB wollte die Empfehlung verabschieden, die Grünen zunächst auch. Grünen-Fraktionschefin Hella Rehfisch willigte schließlich doch ein, schickte in Richtung Verwaltung noch hinterher, dass sie dafür eine Garantie wolle, dass neu ankommende Flüchtlinge nicht in Turnhallen untergebracht werden. Giesela Wacker vom Sozialamt erklärten, dass das zumindest bis zur nächsten Ratssitzung Anfang November unwahrscheinlich sei.
Die Asylkreis-Mitarbeiter haben schon in der Sitzung Konsequenzen angedroht. „Wir können nicht mehr. Wir sind an der Grenze angekommen“, sagte Pinkert. Deswegen will der Verein Aufgaben nicht mehr abdecken: Hilfe bei Behördengängen, der Suche nach Arbeit oder Beschäftigung und Arztbesuchen, Kontrolle der Sauberkeit und Ordnung in den Wohnheimen und die Suche nach Wohnungen. Aufgeben will der Verein diese Tätigkeiten nicht, aber reduzieren. Auf einen Punkt erhielten Lövenich und Pinkert positive Rückmeldung: bei der Forderung nach einem runden Tisch, der regelmäßig zusammenkommen und an dem Probleme besprochen werden sollen. Eine weitere Antwort will die Verwaltung noch geben, nämlich die, wie viel Geld die Gemeinde für Flüchtlinge erhält. „3,8 Prozent dieser Zuweisungen sind zweckgebunden für die soziale Betreuung“, sagte Lövenich. „Wenn wir die gesamten Zuweisungen kennen, wissen wir auch, wie viel Geld in die soziale Betreuung investiert werden müsste.“ Weitere Forderungen: Einzelne Männer sollen nicht mit Familien oder Frauen leben. Das führe zu Problemen. Und: Das Industriegebiet Pier soll zur Flüchtlingsunterbringung ausgeschlossen werden wegen seiner isolierten Lage, die Integration unmöglich mache. (jan)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *