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„Es wird informiert, blockiert, experimentiert, sabotiert“

Die Rodungssaison im Hambacher Forst hat begonnen. Braunkohlegegner planen Aktionen und wollen finanzielle Schäden anrichten.
Niederzier/Morschenich. „Um jeden Meter kämpfen“ – unter diesem Motto haben die Braunkohlegegner, die seit Jahren am Rande des Hambacher Forstes und im Wald campieren, zu einer neuen Kampagne aufgerufen.
Anlass ist der Beginn der Rodungssaison, in der nach Angaben von RWE 68 Hektar Wald gerodet werden sollen. „Wir werden während der gesamten Rodungssaison im Wald sein – und wenn die Fällungen beginnen, werden wir eingreifen“, verkünden die Braunkohlegegner auf www.hambacherforst.blogsport.de. In dieser Woche sind bereits ein Bagger und ein Förderband besetzt worden.
180 Tage Widerstand
Bis Ende März kündigen sie „180 Tage des Widerstandes gegen diese zerstörerische Maschinerie“ an. Für den 17. Oktober haben die Aktivisten bereits eine Blockade der Hambachbahn unter dem Motto „Party auf den Gleisen“ angekündigt, seit gestern bis zum 18. Oktober gibt es ein sogenanntes „Skill-Sharing-Camp“, dieser englische Begriff steht quasi für eine „Fortbildungswoche“. Bereits in der Vergangenheit wurden bei solchen Camps nicht nur Informationen über die Verstromung der Braunkohle verbreitet. Es ging zum Beispiel auch darum, wie Aktivisten sich festketten können, welche rechtlichen Konsequenzen ziviler Ungehorsam haben kann und welche Chancen das Gesetz birgt.
Außerdem künden die Besetzer an: „Es wird blockiert und sabotiert. Durch das direkte Eingreifen in die Betriebsabläufe während der Rodungen und darüber hinaus. Damit werden die Rodungsarbeiten erschwert und aufwendiger gestaltet und finanzielle Schäden angerichtet.“ Für den 20. bis 29. November sprechen die Aktivisten von einer „Aktionswoche in der heißen Phase der Rodung“, für Ende Januar planen sie ebenfalls eine Aktionswoche.
„Irrsinn stoppen“
Die Braunkohleverstromung trägt nach Ansicht der Aktivisten zu „lebensfeindlichen Verhältnissen“ bei. Sie kritisieren, dass ganze Landstriche unwiderruflich ausgelöscht werden. Sie fordern: „Lasst uns gemeinsam diesen Irrsinn stoppen.“ (smb)

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