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Ein Drehbuch für die Zeit nach dem Tagebau schreiben

Die vom Tagebau Garzweiler II betroffenen Kommunen Titz, Erkelenz, Jüchen und Mönchengladbach wollen agieren statt reagieren
Von Daniela Mengel-Driefert
Mönchengladbach. Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach und Titz haben eines gemeinsam: Sie sind von den Auswirkungen des Tagebaus Garzweiler II betroffen. Die vier Tagebaurandgemeinden schlossen sich 2014 zum Informellen Planungsverband zusammen, um mit einer gemeinsamen „regionalen Stimme“ gegen die negativen Folgen des Braunkohleabbaus zu kämpfen und Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen. Der Planungsverband beabsichtigt nun, ein gemeinsames Entwicklungskonzept für die Region zu erstellen. Das haben die vier Kommunen jetzt im Rathaus Abtei in Mönchengladbach erklärt.
Die Idee von einem Entwicklungskonzept der Tagebaurandgemeinden reichte der Planungsverband bei der Landesinitiative Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) ein. Der IRR wählte es als Starterprojekt aus, in Folge wird die Region Modellregion in Nordrhein-Westfalen. Im Verlauf dieses Jahres wird eben jenes Entwicklungskonzept für die Tagebaufolgelandschaft Garzweiler erarbeitet. Los geht es am 1. Juni in Jüchen. Dort treffen Experten unterschiedlicher Fachgebiete aufeinander. Vorrangig steht die Entwicklung der Region im Hinblick auf landwirtschaftliche, wirtschaftliche, soziale und städtebauliche Aspekte bis zum Jahr 2035 im Fokus. Im September folgt eine Werkstattwoche, die Ergebnisse werden in einem „Drehbuch“ zusammengefasst.
Größte Baustelle im Land
Neu ist, dass der Planungsprozess über die Grenzen der Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf hinausgeht und von den Kommunen gemeinsam abgestimmt wird. Christian Jürgensmann, Landschaftsarchitekt vom Duisburger Büro planB, begleitet das Projekt und sagt: „Es ist mit Abstand die größte Baustelle im Land.“ Alleine die Befüllung des Restsees werde 40 Jahre dauern. Daher werden sich die Planungen zunächst auf einen überschaubaren Horizont konzentrieren. Das sind die nächsten 20 Jahre. Jürgensmann spricht in seinen Ausführungen weniger von einem Prozess als von einem Drehbuch, das über den genannten Zeitraum hinaus fortgeschrieben werden kann. Dr. Rainer Molitor von der Region Köln/Bonn e.V., der ebenfalls an dem Prozess beteiligt ist, begrüßt die gemeinsame Initiative und sagt deutlich: „Über Kooperation kann man viel reden, man muss es dann aber auch machen.“
Zusammenfassung im September
Der Informelle Planungsverband hofft, dass das Entwicklungskonzept auch in den Verfahren der Braunkohlen- und Regionalplanung berücksichtigt wird. Finanziert wird der Prozess vom Land, den beteiligten Kommunen und RWE. Spannend wird es im September, wenn die Ideen für die Region im Drehbuch zusammengefasst werden.

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