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Düsseldorf_Rekord bei Kommunalschulden_Inden_Neuverschuldung Plus von 77,9 Prozent

Verschuldung in NRW auf Höchststand . Große Differenzen in der Region.
Düsseldorf. Die Verschuldung der nordrhein-westfälischen Kommunen ist auf den neuen Höchststand von knapp 63,5 Milliarden Euro gestiegen. Im vergangenen Jahr machten Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände 1,5 Milliarden Euro neue Schulden, wie das Statistische Landesamt gestern mitteilte.
Als größte Stadt der Region weist Aachen auch den höchsten Schuldenstand auf: 909 Millionen Euro, das entspricht einer Prokopfverschuldung von 3699 Euro. Die Neuverschuldung lag im vergangenen Jahr bei insgesamt 7,3 Prozent. Damit liegt die Stadt im unteren Bereich.
Mit einem Plus von 77,9 Prozent weist die Gemeinde Inden (Kreis Düren) die weitaus höchste Neuverschuldung in der ganzen Region auf. Der Schuldenstand beträgt dort 23 Millionen Euro, jeder der etwas über 7000 Indener ist mit 3205 Euro verschuldet. An zweiter Stelle der Neuverschuldung folgt die Stadt Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) mit einer Neuverschuldung von 51,8 Prozent. Der Schuldenstand beträgt dort 62 Millionen Euro, jeder Einwohner trägt eine Schuldenlast von 2540 Euro.
Sparweltmeister der Region ist die Gemeinde Selfkant (Kreis Heinsberg). 517 000 Euro beträgt dort der Schuldenstand, jeder der rund 10 000 Einwohner ist mit nur 51 Euro verschuldet. Auf Platz zwei liegt die Gemeinde Merzenich (Kreis Düren). Knapp drei Millionen beträgt hier der Schuldenstand, die Prokopfverschuldung beträgt 285 Euro, neue Schulden wurden keine gemacht (-26,1 Prozent).
Köln hat als größte Stadt des Landes mit rund 4,9 Milliarden Euro den größten Schuldenberg aufgehäuft. Schuldenfrei sind nur elf der 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Das sind vor allem kleinere Gemeinden im Münsterland und am Niederrhein.
Rein rechnerisch ergibt sich für jeden Einwohner des Landes eine kommunale Verschuldung von 3551 Euro. Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung weist die Stadt Siegburg mit 10 000 Euro je Einwohner auf, gefolgt von den Ruhrgebietsstädten Mülheim und Oberhausen mit jeweils 9000 Euro. In der Gesamtverschuldung sind neben den Kernhaushalten der Kommunen auch die Verbindlichkeiten ausgegliederter Bereiche enthalten.
Der NRW-Landkreistag nannte die Zahlen „erschreckend“. Die Entwicklung sei alarmierend, „weil die zusätzlichen Schulden in einer Zeit der Hochkonjunktur und damit eigentlich hoher kommunaler Einnahmen aufgelaufen sind“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages, Martin Klein. Das Land müsse zur Bewältigung der hohen Kommunalverschuldung auch die Unterstützung des Bundes einfordern. (dpa/ela)

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