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Dürener CDU benennt ihre politischen Ziele bis 2017

Am Montag werden wichtige Weichen gestellt: Bürgermeister Larue wird wieder kandidieren, Thomas Floßdorf Parteichef bleiben.

Von Ingo Latotzki

Düren. In der Dürener CDU fallen am kommenden Montag wichtige Entscheidungen: Zum einemnwählt die Partei einen neuen Vorstand, zum anderen kürt sie ihren Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 13. September. Dass Paul Larue wieder Chef der Dürener Verwaltung werden will, ist mehr als ein Jahr klar. Dass ihn der CDU-Parteitag im Haus der Stadt benennen wird, gilt also ebenso als ausgemachte Sache wie die Wahl von Thomas Floßdorf zum alten und neuen Parteivorsitzenden. Floßdorf, 38, hat gestern Ziele formuliert, die für seine neue Amtsperiode bis 2017 stehen sollen: Der Christdemokrat, der zuletzt aufgekommene Gerüchte, er sei angeblich amtsmüde, erneut weit von sich wies, will den „Rückschritt der Dauerrot zeigenden Ampel-Koalition beenden“.

Die CDU will sich für mehr bewachte Parkplätze in der Innenstadt einsetzen. Zudem will Floßdorf dafür sorgen, dass weniger Schwerlastverkehr durch die City fährt. Navigationssysteme sollen die Brummifahrer von vornherein nicht mehr durch die Innenstadt lotsen. Dazu müsste die Stadt Gespräche mit den Herstellern von Navi-Geräten aufnehmen. Entsprechend programmierte Systeme würden die Stadt rund 50 000 Euro kosten. An ein komplettes Durchfahrtsverbot für Lkw-Fahrer denkt die CDU nicht. Gebündelt werden soll der Lieferverkehr in der Innenstadt. Fahrzeuge sollen – ähnlich wie jetzt schon in der Fußgängerzone – nur noch zu bestimmten Zeiten die Geschäfte anfahren dürfen. Die CDU will sich zudem für eine Reaktivierung der Bördebahn einsetzen. Denkbar sei ein Haltepunkt an der Kölner Landstraße. Die Bahn soll regelmäßig zwischen Düren und Euskirchen verkehren. Weiter bleibt die CDU bei ihrer Forderung, die Wirtschaftsförderung der St adt Düren personell besser auszustatten. Die Partei fordert 1,5 Stellen. Ein entsprechender Antrag ist gestellt. Die „Ampel“-Koalition will die städtische Wirtschaftsförderung in Gänze neu ausrichten und eine personelle Aufwertung, wenn die Stellenbeschreibungen klar sind. Wenn es nach CDU-Chef Floßdorf geht, werden die derzeit 650 Betreuungsplätze an Offenen Ganztagsschulen bis auf 1000 aufgestockt. Das würde rund 200 000 Euro im Jahr kosten, wenn die Stadt bei ihrem „Dürener Weg“ bleibt, der eine qualitätvollere Betreuung (besser als Landesschnitt) vorsieht. Die CDU möchte die Funktionalität von Kaiser- und Marktplatz erhalten. Große Veranstaltungen müssten weiter möglich sein, sagte Thomas Floßdorf. Der Weihnachtsmarkt soll auf dem Kaiserplatz bleiben. Während des Wochenmarktes sollen die Cafés nicht in ihren Angeboten im Hinblick auf Außengastronomie eingeschränkt werden. Ausgebaut werden soll das Sicherheitspersonal für die Innenstadt. Angestrebt sei eine Aufstockung um weitere sechs Kräfte auf 16. ▶ Angemerkt

Fr, 15. Mai. 2015
Dürener Nachrichten / Lokaltitel Dueren / Seite 13

Expertenrat

Themen für den Wahlkampf

Ingo Latotzki

Die Dürener CDU, seit Mai vergangenen Jahres mit mehr als 41 Prozent zwar mit Abstand stärkste Partei, aber nur noch in der Opposition, will die „Funktionalität des Kaiserplatzes erhalten“, obwohl der Masterplan einen anderen Weg vorschlägt. Danach soll das Areal vor dem Rathaus möglichst identitätsstiftend mit Wasserelementen und Installationen, die an Düren als Papierstadt erinnern, umgestaltet werden. Nicht der Blick auf wenige große Veranstaltungen im Jahr sei entscheidend, sondern der Alltag, argumentiert Masterplan-Macher Dr. Harald Heinz. Wenn die CDU nun wie angekündigt die Funktionalität erhalten möchte, ist das eine Absage an große Veränderungen. Denkbar seien versenkbare Wasserdüsen oder mobile Elemente, nichts aber, was dem Platz den Eventcharakter nehmen würde. Auch der Marktplatz soll nur behutsam umgestaltet werden. Der Weih nachtsmarkt, der laut Masterplan besser an der Annakirche aufgehoben wäre, soll vor dem Rathaus bleiben, findet die CDU. Die Außengastronomie soll – anders als jetzt – während des Wochenmarktes nicht behindert werden. Das alles sind Themen, die strittig diskutiert werden können. Vor allem sind es Themen, die öffentlich wahrgenommen werden – und sich somit gut für den Wahlkampf eignen. Man darf gespannt sein, wie sich die „Ampel“-Koalition letztlich konkret positionieren wird, damit der Bürger Entscheidungsgrundlagen hat.

i.latotzki@zeitungsverlag-aachen.de

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