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Die Woche im Rückblick

Sa, 5. Jul. 2014
Jülicher Nachrichten / Lokales / Seite 19

Die Woche im Rückblick

Von oben nach unten

Über Koalitionen, Disziplin und einen neuen Boss

Volker Uerlings

Hökschte Dischziplin gilt nicht nur aufm Platz in Brasilien, wenn Joachim Löw das Sagen hat. Die braucht jeder Mensch, jede Familie, jede Stadt oder Gemeinde, um seinen/ihren Finanzhaushalt in Ordnung zu bringen. In der Politik ist das jedoch interpretationsfähig. So sagt die Große Koalition aus CDU und SPD in Jülich, dass nicht nur diese Stadt die Hilfe von Kreis, Land und Bund brauche, um die „strukturellen Pro-bleme“ in den Griff zu bekommen. Das sind – frei übersetzt – Kosten, die von oben nach unten abgewälzt werden, und den Letzten beißen die Hunde: Jülich, natürlich auch Aldenhoven, Linnich, Titz und andere.

Parallel schließen sich im Kreistag Düren CDU und Grüne zusammen, um zu regieren. Da sind durch die Bank Menschen am Werk, die von den Finanznöten der eigenen Städte und Gemeinden wissen. Und dennoch präsentieren sie einen Koalitionsvertrag, der zuallererst nicht die Entlastung der Kommunen zum Ziel hat. Vielmehr sollen die Koalitions-Maßnahmen die Financiers nicht noch mehr zur Kasse bitten und erst mittelfristig – vielleicht! – entlasten. Von den konkreten schwarz-grünen oder schwarz-roten Plänen abgesehen: Es hat nicht den Anschein, dass die verschiedenen Ebenen unseres Gemeinwesens hier das gleiche Ziel im Auge haben, sondern fleißig von oben nach unten durchgereicht wird.

Der größte Arbeitgeber weit und breit hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Wolfgang Marquardt. Unter der Leitung seines Vorgängers Achim Bachem ist das Forschungszen-trum vor allem gewachsen. Über 5500 Beschäftigte! Das ist schon eine Marke. Mit dem Kölner zog spürbar stärker ein gewisser Liberalismus ein, das Zentrum hat sich geöffnet. Der neue Mann wurde freundlich empfangen. Vielleicht gelingt es ihm, die Brücken zur Stadt Jülich noch etwas zu verbreitern und zu festigen, denn beide Seiten profitieren voneinander und sind aufeinander angewiesen. Das wird auch eine Rolle spielen, wenn die Castoren irgendwann abtransportiert und von einer großen Öffentlichkeit begleitet werden.

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm: Die Woche beginnt, wie die vergangene endete: gewittrig. Zuletzt standen Straßen unter Wasser. Dabei hatten doch alle einmal durchgeatmet, nachdem sich Orkan „Ela“ aus dem Staub gemacht hatte. Die Bestandsaufnahme deckte nach und nach große Schäden auf: an Dächern nicht nur in Titz, im Brückenkopf-Park oder in Hompesch, wo das Dorfzelt zerstört wurde. Bleibt zu hoffen, dass jetzt langsam mal das stabile Hochdruckgebiet anrückt. In diesem Sinne: Einen schönen Ferienstart und ein erholsames Wochenende!

v.uerlings@zeitungsverlag-aachen.de

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