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Der Staatsschutz ermittelt_Gewalt am Tagebau eskaliert

Hambach. Die Lage am Rande des Tagebaus Hambach eskaliert zunehmend. Tagebaubetreiber und Braunkohlegegner erheben gegeneinander schwere Vorwürfe. Wie RWE mitteilt, sollen 30 vermummte, mit Messern und Wurfgeschossen bewaffnete Waldbesetzer ein Rodungsteam und Mitarbeiter der Sicherheitsfirma angegriffen haben. Fünf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sollen verletzt worden sein. Zudem seien mehrere Fahrzeuge beschädigt und eine Pumpstation angezündet worden.
Die Polizei bestätigt die Schilderungen des Tagebaubetreibers. Es lägen mehrere Strafanzeigen wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs und der Störung öffentlicher Betriebe vor. Der Staatsschutz ermittelt.
„Das ist eine neue Stufe der Gewalt“, verurteilte Tagebauleiter Thomas Körber die Aktion. Auch die Polizei betont, dass diese Straftaten mit einem friedlichen Protest zum Schutz des Klimas nichts zu tun hätten.
Die Aktivisten behaupten hingegen, von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes angefahren, verprügelt und verschleppt worden zu sein. Zudem sagen sie, dass von beiden Seiten Steine geworfen worden seien. Eine Sprecherin, die ihren Namen nicht nennt, unterstellt dem Sicherheitsdienst „versuchten Mord“, weil drei Vermummte von einem Jeep „überfahren“ worden seien. Eine Person sei schwer verletzt worden. Diese wurde später in Gewahrsam genommen und von einem Arzt für haftfähig erklärt. Eine Anzeige erstattete der Braunkohlegegner nicht. Die Polizei nahm aber Ermittlungen auf. (smb/sj) ▶ Lokales


Darstellungen von RWE und Aktivisten widersprechen sich. Polizei ermittelt.
Hambach. Der Konflikt zwischen den Braunkohlegegnern und dem Tagebaubetreiber spitzt sich immer weiter zu. Wie RWE mitteilt, sollen am Donnerstag 30 Vermummte, die Tarnkleidung trugen und mit Messern, Steinen, Zwillen und Wurfgeschossen bewaffnet waren, das Rodungsteam und die Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma angegriffen haben. Bei dieser Attacke seien fünf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes verletzt worden.
„Neue Stufe der Gewalt“
„Ein Mitarbeiter, den ein Wurfgeschoss durch eine geschlossene Autoscheibe am Kopf getroffen hat, erlitt eine Platzwunde, die im Krankenhaus versorgt werden musste. Einem anderen Mitarbeiter wurden Verletzungen an der Hand zugefügt“, teilt RWE darüber hinaus mit. Zudem sei es wegen des Einsatzes von Reizgas zu Hautreizungen gekommen. Wie der Energiekonzern schildert, seien mehrere Fahrzeuge stark beschädigt und eine Pumpstation angezündet worden. „Das ist eine neue Stufe der Gewalt. Es geht nicht um demokratische Protestformen. Gewaltbereite Vermummte gefährden bewusst Menschen. Das verurteile ich aufs Schärfste“, sagt Tagebauleiter Thomas Körber.
Aus Sicht der Braunkohlegegner ist der Tag gänzlich anders abgelaufen. Sie konstatieren in einer Mitteilung und auf ihrer Internetseite, dass von beiden Seiten Steine geflogen seien, werfen dem Sicherheitsdienst Gewalt vor. Sie beschuldigen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, drei Besetzer mit seinem Jeep „überfahren“ zu haben. Eine Sprecherin, die anonym bleiben will, unterstellt sogar „versuchten Mord“. Ein Video soll dies belegen, es ist aber aus zu weiter Entfernung aufgenommen, um Details erkennen zu können.
Eine Anzeige hat der verletzte Aktivist nicht erstattet. Er fürchte Repressalien, wenn er seinen Namen bekannt gebe, sagt die Sprecherin. Der besagte Mann wurde wegen Landfriedensbruchs und der Störung öffentlicher Betriebe in Gewahrsam genommen, ein Arzt bescheinigte seine Haftfähigkeit. Da der Mann zwar keine Anzeige erstattet hat, der Polizei aber mitteilte, er sei „überfahren worden“, haben die Beamten die Ermittlungen aufgenommen.
Ansonsten bestätigt die Polizei die von RWE geschilderte Situation. Der Staatsschutz in Aachen hat die Ermittlungen aufgenommen. „Mit einem friedlichen Protest zum Schutz des Klimas sowie des Hambacher Forstes hat das Begehen derartiger Straftaten nichts zu tun“, betont eine Polizeisprecherin. Die Sprecherin der Aktivisten rechtfertigt den Einsatz von Gewalt und bezeichnet ihn angesichts der RWE-Tätigkeiten – die Aktivisten sprechen vom „Totengräber des Rheinlands“ – als „angemessen“. Jedes Individuum unter den Besetzern treffe diese Entscheidung aber eigenständig. Den Einsatz eines Messers dementiert die Frau jedoch.
Die Aktivisten haben für die neue Woche weitere Aktionen angekündigt. (smb/sj)

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