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Brüssel_FANC rügt Tihange-Betreiber Electrabel

Vorfälle in belgischem Atommeiler : Aufsicht bemängelt Sicherheitsprobleme
Von Madeleine Gullert
Brüssel. Die belgische Atomaufsicht FANC hat den Betreiber der belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel, Engie-Electrabel, gerügt. Die Behörde bemängelte beim Meiler Tihange 3 bei Lüttich Sicherheitsprobleme – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr. Das bestätigte Electrabel-Sprecherin Anne-Sophie Hugé unserer Zeitung gestern auf Anfrage, zuvor hatten belgische Medien berichtet. Grund dafür seien zwei Vorfälle in Reaktor 3 am 26. und 30. Mai dieses Jahres. Beide Vorfälle seien auf Nachlässigkeit des Personals zurückzuführen.
Am 26. Mai sei ein Messsystem im Kühlkreislauf des Reaktors Tihange 3 nicht verfügbar gewesen. Der Meiler, der 60 Kilometer von Aachen entfernt liegt, ist der neueste am Standort und seit 1985 in Betrieb. Am 30. Mai habe sich ein Messinstrument für Radioaktivität im Kontrollsaal im Testmodus befunden, weshalb es nicht funktioniert habe. Das habe die FANC alarmiert. Beide Vorfälle werden als „Störung“ eingestuft. Sie sind am unteren Ende der Bewertungsskala für Vorfälle in AKW angesiedelt (Stufe 1, Skala von 0 bis 7).
„Wir nehmen die Verwarnung sehr ernst“, sagte Hugé gestern. Ziel sei es weiterhin, die Sicherheitskultur zu verbessern. Die neuesten Verfehlungen würden in den bestehenden Aktionsplan aufgenommen. Bereits im August 2015 hatte die FANC Engie-Electrabel wegen mangelnder Sicherheitskultur kritisiert.
Das AKW Tihange ist umstritten, weil sich im Druckbehälter des Reaktorblocks  2 Tausende Haarrisse oder Wasserstoffflocken befinden. Immer wieder kommt es zu geplanten und ungeplanten Abschaltungen. Am Donnerstag war der Meiler erneut heruntergefahren worden. Grund waren laut Hugé Wartungsmaßnahmen. „Seit Samstagnacht ist Tihange 2 wieder in Betrieb.“

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