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Arbeiter mit höchster Strahlendosis belastet

Klaus Heber aus Aachen beschäftigt der Text „Die Jülicher Castoren erhalten Besuch aus den USA“:
In dem Artikel zu der Atommüll-Verschiebung von Jülich nach Savannah River wurde leider etwas einseitig die Sicht des Forschungszentrums kolportiert. Die Behauptung, „dass die US-Kollegen in SRS den Atommüll in kurzer Zeit wiederaufarbeiten werden“, ist sehr verharmlosend. Ich war selber auf der Veranstaltung mit Tom Clements von der amerikanischen NGO Savannah-River-Watch, die das Treiben auf dieser weitgehend mit militärischen, also Atombomben-Aufträgen befassten Anlage seit Jahrzehnten kritisch begleitet. Die Amerikaner lassen sich nicht in die Karten schauen, auch nicht vom Forschungszentrum. Sie halten sich mehrere Optionen offen, unter anderem scheint die wahrscheinlichste, dass der Müll nach einer Konditionierung einfach verflüssigt und in großen Tanks „endgelagert“ wird, denn ein wirkliches Endlager gibt es in den USA nicht. Diese Tanks sind zum Teil über 40 Jahre alt und rosten und lecken. Die riesige Anlage wird von Subu nternehmern (Contractors) betrieben, und eine Menge Arbeiter haben schon ihre Höchst-Strahlendosis erreicht, so dass sie in den Ruhestand geschickt werden. Mit Geld wird ihr Schweigen erkauft. Nach deutschem Recht ist die Wiederaufarbeitung des Atommülls verboten. Sollte es also in Savannah tatsächlich wie projektiert gelingen, den Jülicher Strahlenmüll wiederaufzubereiten, wäre auch dieses ein Gesetzesverstoß. Es kann nicht sein, dass die „Exzellenz-Initiative“ Forschungszentrum das existierende große Umweltproblem mit dem Atommüll hier in Jülich auf die Menschen in South Carolina abschiebt, wo es zu einem noch größeren wird! Aus den Augen, aus dem Sinn.
Rolf Beyer aus Linnich gibt zu bedenken:
Wenn man die Menge des weltweit produzierten Atommülls betrachtet, ist das, was in Jülich lagert, ein Tropfen in einem Teich. Das eigentliche Problem ist doch: wohin mit diesem Material? Und dies gilt nicht nur für den Atommüll aus Jülich, sondern weltweit. Wie wurde uns der Atomstrom seinerzeit angepriesen? Reichlich vorhanden, preiswert und klimafreundlich. Auch heute wagt niemand öffentlich zu sagen, dass damit die Büchse der Pandora geöffnet wurde. Warum gibt es wohl weltweit kein Endlager? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Es wird nie, niemals ein sicheres Endlager geben.
Denn was passiert unter der Erde mit den Castoren? Über kurz oder lang werden diese vom Gebirgsdruck zermalmt beziehungsweise vom Rost zerfressen. Das überall gegenwärtige Grundwasser transportiert die dann entstehende Teufelsbrühe unkontrolliert irgendwohin. Wenn man sich nun noch die Halbwertzeiten dieses Materials betrachtet, stellt sich doch die Frage, wie man über diese gigantischen Zeiträume diese „Lagerstätten“ kontrollieren will. Wer weiß denn noch in 10 000 Jahren, wo dieses Zeugs verbuddelt wurde? Ich erinnere daran, dass man heute nur zu 90 Prozent weiß, wo etwa im Ruhrgebiet Steinkohle abgebaut wurde.
All diese vorgenannten Probleme werden nie zu lösen sein. Es wurden bisher Milliarden ausgegeben für eventuelle Endlager, ob sie nun Assen, Ahaus oder Gorleben heißen. Das Ergebnis bisher? Es gibt keine Lösung. Die Kosten der Lagerung über gigantische Zeiträume, wie die Lagerung auch aussehen mag, werden tausendfach höher sein als der bei der Stromerzeugung erzielte Gewinn. Wir haben damit unseren nachfolgenden Generationen einen Bärendienst erwiesen, und wie regiert unsere so „fachkompetente“ politische Elite auf dieses Problem? Sie quatscht nur das nach, was ihnen eine geldgeile Lobbyistencrew vorgaukelt.
Monika Rocholl aus Wegberg wirft dem Forschungszentrum Jülich Verschleierung und Vernebelung vor:
In South Carolina bei Savannah-River-Site herrschen verheerende Zustände. Man lagert dort den Müll aus der Zeit der Atomwaffen-Produktion und anderen in flüssiger Form in 60 Jahre alten Fässern, die nicht mehr dicht sind. Den Müll aus Jülich würde man dort nicht „in kurzer Zeit wiederaufarbeiten“ können, weil dazu erst noch ein Verfahren entwickelt werden muss.
Außerdem kann man nun wirklich nicht behaupten, dass eine „100-prozentige Sicherheit der Castoren“ gegeben ist. So äußert sich selbst die „Nuklearlobby“ heute nicht mehr in der Öffentlichkeit! Hier handelt es sich meines Erachtens um bewusst irreführende Informationen des FZJ, die die fehlende Sicherheitsorientierung im FZJ entlarven.
„In South Carolina lagert man den Müll aus der Zeit der Atomwaffen-Produktion und anderen in flüssiger Form in 60 Jahre alten Fässern, die nicht mehr dicht sind.“
Monika Rocholl,
Leserin aus Wegberg
„Warum gibt es wohl weltweit kein Endlager? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Es wird nie, niemals ein sicheres Endlager geben.“
Rolf Beyer,
Leser aus Linnich

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